150 Jahre - viele Perspektiven: Stimmen aus dem Stift
Anlässlich des 150-Jährigen Bestehen des Paul Gerhardt Stifts stellen wir Ihnen jede Woche Menschen vor, die unser Stift tag-täglich prägen.
Heute stellen wir Ihnen eine langjährige Bewohnerin des Wohnstifts vor, Anneliese W. Sie erzählt uns wie ihr Weg Sie aus dem grünen Lichterfelde zum Stift geführt hat und was der neue Wohnort für Sie bedeutet.
Wie bin ich im September 2018 aus Lichterfelde in das Paul Gerhardt Stift gekommen?
Seit mehreren Jahren betreute ich im Pflegeheim des Paul Gerhardt Stifts eine hochbetagte Bekannte ohne jeden Anhang, die ich seit meiner Kindheit kannte und mit der mich eine enge freundschaftliche Beziehung verband. Bei den Besuchen, meistens am Wochenende, zusammen mit meinem Mann, fuhren wir sie oft im Rollstuhl durch die Anlage des Stifts. So war es auch im Sommer 2006 oder 2007, als hier im Stift gerade das Sommerfest stattfand. Auf unserer Rundfahrt begegnete uns Herr Arend, ein früherer Kollege meines Mannes. Nach einer längeren Pause im Ruhestand war es ein überraschendes Wiedersehen, und natürlich tauschten sich beide aus, wie sich der Lebensweg denn so gestaltet hatte. Besonders bei meinem Mann hatte es ja nach dem Tod seiner Ehefrau und durch den Umzug große Veränderungen gegeben und Herr Arend kannte mich noch nicht. Es folgten gegenseitige Einladungen und ich lernte nun auch das mir bisher unbekannte Wohnstift kennen.
Als mein Mann 2010 verstarb, blieb der Kontakt zu Arends bestehen. Etwa 2013 gaben Sie mir den Rat in das Paul Gerhardt Stift einzuziehen, wo sie sich sehr wohl fühlten. Diesem Gedanken stand ich erst skeptisch gegenüber, daher lehnte ich auch ihre sehr gut gemeinte Initiative ab, als sie mir eine Wohnung hier besorgten. Zu sehr war ich noch in Lichterfelde verwurzelt, das mir in vielen Jahren zur Heimat geworden war. Doch die nächsten Winter kamen, ich musste Schnee fegen, war für alles zuständig und manchmal fühlte ich mich im Hause auch etwas unsicher. Das Alter machte sich mehr und mehr bemerkbar.
So meldete ich mich im Frühjahr 2015 wieder im Paul Gerhardt Stift, es war aber keine Wohnung frei. Ich kam auf die Warteliste und fragte etwa alle halbe Jahre nach, ob denn ein Einzug möglich sei. Als mir dann im April 2018 bestätigt wurde, dass demnächst eine Wohnung zur Verfügung stände, war ich nicht ganz begeistert, da diese im Erdgeschoss lag. Ich sagte aber trotzdem zu, um nicht wieder auf der Warteliste zu stehen.
Schon nach kurzer Zeit fühlte ich mich in der jetzigen Wohnung sehr wohl und weiß auch gewisse Vorteile, z. B. die Unabhängigkeit vom Fahrstuhl, zu schätzen. Da das Gelände an dieser Stelle von der Straße zur Grünanlage des Stifts abschüssig ist, kommt man sich auf dem Balkon wie in der ersten Etage vor. Die freundliche und zugewandte Nachbarschaft, die vielfältigen Veranstaltungen und Angebote, nahe Einkaufsmöglichkeiten, gute Verkehrsanbindung, auch das Gefühl größerer Sicherheit ist sehr angenehm für mich.
Ich bin froh, diese Veränderung, die mir nicht leichtfiel, rechtzeitig durchgeführt zu haben und danke besonders Ehepaar Arend, dass sie mir mit viel Geduld beigestanden und so zu diesem schönen altersgerechten Zuhause verholfen haben.
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