Der Segenspreis `26
des Paul Gerhardt Stifts

Die Gewinner stehen fest

Segenspreis des Paul Gerhardt Stifts 2026

Sie setzen sich gegen Rassismus ein, begleiten Frauen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben oder Stärken eine kultursensible Begleitung am Lebensende: Das Paul Gerhardt Stift hat am 1. Oktober zum vierten Mal den Segenspreis für besonderes soziales Engagement verliehen.

Ausgezeichnet wurden BAFF – Band auf festen Füßen, Pink Door Berlin und das Berliner Forum der Religionen mit dem Projekt ReHoP. Der Preis ist mit insgesamt 17.500 Euro dotiert.

„Viele kleine Initiativen leisten jeden Tag wichtige Arbeit für unsere Gesellschaft. Oft bekommen sie dafür zu wenig Aufmerksamkeit. Mit dem Segenspreis machen wir dieses soziale Engagement sichtbarer und unterstützen die Organisationen gleichzeitig finanziell“

sagt Martin von Essen, Stiftsvorsteher des Paul Gerhardt Stifts


Der Segenspreis richtet sich an gemeinnützige Organisationen aus Berlin und Brandenburg, die maximal 30 Festangestellte beschäftigen. Bewerben können sich Vereine, GmbHs und gGmbHs, die mit ihren Projekten das gesellschaftliche Leben bereichern. Beispiele sind Initiativen aus den Bereichen Nachbarschaftshilfe, Jugend- und Familienarbeit, Integration, Seniorenhilfe, Inklusion oder Unterstützung für Menschen in schwierigen Lebenslagen. Die Gewinner der letzten Jahre sind hier gelistet

Die Schirmherrschaft übernimmt in diesem Jahr erneut der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner.

Die Auswahl der Gewinner erfolgt durch eine fachkundige Jury, bestehend aus:

  • Dr. Ursula Schoen, Vorsitzende der Jury und Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

  • Carsten Spallek, Stellvertretender Bezirksbürgermeister und Bezirksstadtrat für Soziales und Bürgerdienste

  • Sonja Friese, 1. Platzierte des Paul Gerhardt Stiftpreis 2025, Ruderverein Hevella e. V.

  • Heinz Jarupong Waldow, Vorstand Straßenfeger

  • Dr. Cornelie Kunkat, Mitglied des Kuratoriums

Die Preisverleihung fand am 1. Oktober 2026 im Paul Gerhardt Stift statt. Hier wurde die Platzierung der Gewinnerer des Segenspreises bekannt gegeben und diese offiziell ausgezeichnet.

Unterstützung erhalten wir von folgenden Sponsoren:

Wir danken der Bohr- und Sprengtechnik Adolf Alexander KG GmbH & Co., domoplan Baugesellschaft mbH, HERDER Elektrik GmbH & Co., der Paul Gerhardt Apotheke und tafkaoo architects gmbh für die Beteiligung am Segenspreis 2026.

Das Paul Gerhardt Stift zu Berlin

Das Paul Gerhardt Stift zu Berlin (PGS) ist eine sozial-diakonische Einrichtung mit 150 Jahren Tradition. Ursprünglich wurde es als Diakonissenmutterhaus gegründet. Seit Anfang 2017 ist das Stift eine operative Förderstiftung. Die Stiftung unterstützt aktuell vornehmlich eigene soziale Projekte in der Stadtteil-, Familien- und Flüchtlingsarbeit, die in der gemeinnützigen GmbH Paul Gerhardt Stift Soziales angesiedelt sind. Zukünftig möchten wir uns noch stärker als Förderstiftung engagieren. Gemeinsam mit Partner:innen an der Seite wollen wir uns für eine sozialere Stadtgesellschaft einsetzen und mit eingeworbenen Spenden weitere gemeinnützige Projekte fördern. Auf unserem Stiftsgelände befindet sich das Stadtteil- und Familienzentrum, das Zukunftshaus Wedding, eine Kita, ein Seniorenzentrum und die Flüchtlingsunterkunft „Refugium“. Mit der Tochtergesellschaft Die Wille gGmbH erweitert das Paul Gerhardt Stift zu Berlin sein Engagement um zusätzliche Arbeitsmarkt-, Beratungs- und Bildungsangebote.

Bisherige Preisträger des Segenspreis

2026

Platz 1: BAFF – Band auf festen Füßen – 10.000 Euro
Der erste Preis geht an BAFF – Band auf festen Füßen aus Joachimsthal. Das Jugend- und Kulturprojekt entstand aus dem Engagement gegen rechtsextreme Gewalt und Fremdenfeindlichkeit. Mit Musik und kultureller Arbeit schafft BAFF Räume für Begegnung, Selbstwirksamkeit und demokratisches Engagement. Jugendliche können eigene Ideen verwirklichen und sich kreativ mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen.

Platz 2: Pink Door Berlin – 5.000 Euro
Der zweite Preis geht an Pink Door Berlin. Der Verein unterstützt Frauen, die in der Prostitution tätig sind oder sexuelle Ausbeutung erlebt haben. Durch Beratung, Begleitung und konkrete Hilfen unterstützt Pink Door Frauen dabei, neue Perspektiven zu entwickeln und ein selbstbestimmtes, gewaltfreies Leben aufzubauen.

Die Arbeit ist niedrigschwellig und traumasensibel und erreicht damit Frauen in besonders schwierigen Lebenssituationen.

Platz 3: Berliner Forum der Religionen / ReHoP – 2.500 Euro
Den dritten Platz erhält das Berliner Forum der Religionen für ReHoP – Religionssensible Hospiz- und Palliativarbeit. Das Projekt widmet sich der Frage, wie Menschen am Lebensende unabhängig von Religion und Herkunft würdevoll und kultursensibel begleitet werden können.

Gemeinsam mit Partnern aus der Hospiz- und Palliativarbeit entwickelt ReHoP Informationsmaterialien und mehrsprachige Checklisten.

Videobotschaft des Regierenden Bürgermeisters, Kai Wegner, zur feierlichen Preisverleihung im Oktober 2025.

2025

Platz 1: Ruderverein Hevella – 10.000 Euro
Der Ruderverein Hevella überzeugte die Jury mit einem inklusiven Sportangebot, das gezielt Barrieren abbaut und Menschen unterschiedlicher Herkunft, Altersgruppen und Fähigkeiten zusammenbringt. Der Verein setzt sich für Teilhabe und Gemeinschaft im und außerhalb des Sports ein. Das Preisgeld wurde vom Paul Gerhardt Stift zur Verfügung gestellt.

Platz 2: ROSA Cottbus
Die Initiative ROSA Cottbus setzt sich mit Veranstaltungen, Bildungsarbeit und Vernetzung für mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz von LGBTQIA+-Personen in Brandenburg ein. Die Jury würdigte das engagierte und mutige Wirken eines noch jungen Projekts, das in einem herausfordernden gesellschaftlichen Umfeld wichtige Impulse setzt.

Platz 3: Silent Rixdorf
Das Projekt Silent Rixdorf schafft kulturelle Begegnungsräume in Neukölln mit  besonderem Fokus auf nonverbale Ausdrucksformen wie Gebärdensprache, visuelle Kommunikation und künstlerische Performances. Damit fördert es Inklusion auf kreative Weise.

Sonderpreis für querstadtein e. V.
Ein mit 1.000 Euro dotierter Sonderpreis ging an querstadtein e. V., der Stadtrundgänge von wohnungslosen und geflüchteten Menschen organisiert. Die Jury würdigte den innovativen Ansatz, Stadtgeschichte aus neuen Perspektiven zu erzählen und gesellschaftliche Teilhabe durch gelebte Erfahrung zu ermöglichen.

2024

Den mit 10.000 Euro dotierten 1. Platz erhielt das Projekt Tagebuch- und Erinnerungsarchiv e. V. (TEA). TEA widmet sich ehrenamtlich der Archivierung von Dokumenten der deutschen Erinnerungskultur – darunter Tagebücher, Briefe, Fotos, Zeitzeugenberichte und Lebensdokumente. Ziel ist es, diese Archivalien aus den letzten 300 Jahren für zukünftige Generationen zu bewahren. Die Erinnerungen schaffen damit eine wertvolle Brücke zwischen den Generationen. Der Verein fördert den Dialog zwischen Alt und Jung und stärkt den sozialen Zusammenhalt.

Kinderträume e. V. belegte den 2. Platz und erhielt 5.000 Euro. Der Verein erfüllt schwerkranken Kindern und Jugendlichen besondere Herzenswünsche. Durch das Wahrwerden ihrer Wünsche schafft der Verein unvergessliche Momente des Glücks und der Hoffnung in schwierigen Lebensphasen.

Mit dem dritten Platz, der mit 2.500 Euro dotiert ist, wurde Aufbruch Neukölln e. V. ausgezeichnet. Seit 2007 unterstützt der Verein Väter mit Migrationshintergrund dabei, ihre Rolle in der Erziehung und Bildung zu stärken, Vorurteile abzubauen und die gesellschaftliche Integration zu fördern. In wöchentlichen Treffen tauschen sich Väter unterschiedlicher Kulturen über Themen wie Partnerschaft, Familie und gewaltfreie Erziehung aus. Sie erhalten dabei Unterstützung in einem geschützten Rahmen. Das Projekt fördert den interkulturellen Dialog und regt zur Auseinandersetzung mit traditionellen Rollenbildern an.

2023

Der 1. Platz ging an Freunde fürs Leben e. V. mit einem Preisgeld von 10.000 Euro. Der Verein Freunde fürs Leben klärt seit 2001 Jugendliche und junge Erwachsene über die Themen mentale Gesundheit, Depression und Suizid auf.

Der 2. Platz wurde an das Informations- und Begegnungszentrum Königsheide verliehen. Das IBZ Königsheide will das Andenken der Heimkinder und -mitarbeitenden des einst größten Kinderheims der DDR bewahren, persönliche Aufarbeitung begleiten und Bildungsprojekte lancieren.

Mit einem Preisgeld von 2.500 Euro und dem 3. Platz wurde einePause e. V. prämiert. Ziel des einePause e. V. ist es, ein Kurzzeitwohnhaus für junge Menschen mit Behinderung in Berlin aufzubauen, um Auszeiten für Eltern und ihre pflegebedürftigen Kinder zu schaffen.

Preisträger des 4. Platz war die Initiative Ukraine Solidarity Bus. Ein Team, das ukrainischen Kriegsgeflüchteten bei der Flucht unterstützt und humanitäre Hilfsgüter, vor allem Medizin, in die Ukraine transportiert.