Die Wille – Unsere Geschichte
Entwicklungsgeschichte der Die Wille
Der Bau des Gebäudeensembles in der Wilhelmstrasse 115 geht auf das Jahr 1908 zurück. Die Evangelische Dreifaltigkeitsgemeinde erbaute zu dieser Zeit ihr Gemeindehaus auf dem Grundstück in der Wilhelmstrasse 115. Der heutige Seitenflügel wurde als Schwesternhaus der Diakonissenanstalt genutzt. Das Hauptgebäude diente als Kinder- und Mütterschule, sowie als Nähschule für junge und arme Frauen. Räumlichkeiten für Veranstaltungen des Männer- und Jungmännervereins der Gemeinde und ein Saal für Theater- und Gemeindeveranstaltungen befanden sich ebenfalls im Hauptgebäude.
Mit der Teilung Berlins in vier Sektoren nach dem Ende des 2. Weltkrieges gehörte ein Drittel des Gemeindegebiets der Dreifaltigkeitsgemeinde mit dem beschädigten Schwesternhaus und dem für die Gemeindearbeit gebauten Hauptgebäude, der heutigen Kultur- und Bildungsstätte, zum Westsektor. Nach dem Mauerbau führte die Gemeinde bis in die siebziger Jahre ein Schattendasein.
Die Arbeit im Gemeindehaus in der Wilhelmstrasse beschränkte sich auf einen Kinderkreis, einen Altenkreis und das Feiern von Gottesdiensten mit zunehmend geringeren Besucherzahlen.
Im Herbst 1975 erfolgte der Umzug der offenen Jugendarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde Zum Heiligen Kreuz in das Hauptgebäude in der Wilhelmstrasse.
1976 gründete der Evangelische Kirchenkreis Kreuzberg in Kooperation mit den Gemeinden Dreifaltigkeit und Zum Heiligen Kreuz das Evangelische Jugendzentrum „Die Wille“.
1997 erfolgte die Ausgründung der Einrichtung in eine gemeinnützige Gesellschaft für Kinder und Jugendhilfe, berufliche Qualifizierung, Kultur und Bildung, der Die Wille gGmbH.
Von damals bis heute
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1.10.1976
Gründung des Ev. Jugendzentrums „Die Wille“ durch den Evangelischen Kirchenkreis Kreuzberg in Kooperation mit den Gemeinden Dreifaltigkeit und Zum Heiligen Kreuz in den Räumlichkeiten der Wilhelmstrasse.
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seit 1976
Angebote offener Jugend- und Sportarbeit, der Organisation von Jugendreisen, der individuellen Beratung und schulischen Unterstützung der jugendlichen Besucher.
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1978
Gründung zweier sozialtherapeutischer Gruppen für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche des Bezirks Kreuzberg (die Vorläufer der Tagesgruppen).
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1980-1986
Angebote zur Berufsorientierung für Schulabgänger und arbeitslose Jugendliche in einer Zweirad- und KFZ-Werkstatt, sowie der Restaurierung der historischen Friedhöfe für die 750-Jahr-Feier.
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1986
Gründung der Kirchhofschmiede „Die Wille“ GmbH, einem Produktions- und Ausbildungsbetriebes des Schlosserhandwerks; heute firmiert sie unter dem Namen KHS Metallbau GmbH.
Beginn der Planung zur Sanierung der Gebäude in der Wilhelmstrasse.
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1988
Übernahme des gesamten Gebäudebestandes der Wilhelmstrasse durch das Ev. Jugendzentrum „Die Wille“.
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1988-1994
Umbau- und Sanierungsarbeiten durch ein gegründetes Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt für Jugendliche, junge Erwachsene und ältere Langzeitarbeitslose im Bauhaupt- und nebengewerbe; während der Projektdauer wurden ca. 250 Teilnehmer beschäftigt und qualifiziert.
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1994
Festakt zur Wiederaufnahme der Jugendarbeit in der Wilhelmstrasse und zur Eröffnung der Kultur- und Bildungsstätte „Die Wille“ nach dem Abschluss der Umbau- und Sanierungsarbeiten.
Beginn der Vermarktung der Veranstaltungsräume und der Begegnungsstätte mit der Möglichkeit der Übernachtung für Fremdnutzer.
Erteilung der Betriebserlaubnis für die ersten zwei Tagesgruppen (Hilfe zur Erziehung nach § 32 SGB VIII) durch die Senatsverwaltung für Jugend und Familie.
Gründungsmitglied des Fachverbandes zur Förderung von Tagesgruppen in Berlin Brandenburg e.V.
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1996
Jugendpolitische Woche aus Anlass des 20 jährigen Bestehens des Ev. Jugendzentrums „Die Wille“.
Beginn des Schüleraustauschprogramms mit der Ingenieurschule für Elektronik in St. Petersburg in Kooperation mit den Oberstufenzentren für Maschinen- und Fertigungstechnik, Versorgungstechnik, Banken und Versicherungen und der Evangelischen Berufsschularbeit.
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19.12.1997
Gründung der Die Wille gGmbH, Ev. Zentrum für Kinder- und Jugendhilfe, berufliche Qualifizierung, Kultur und Bildung.
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1998
Beginn des Projektes Akanthus des Kirchbauhof gemeinnützige Beschäftigungs- & Qualifizierungsgesellschaft mbH zur Organisation kultureller Veranstaltungen in Kirchen und kirchlich genutzten Räumlichkeiten in Kooperation mit der „Die Wille“ gGmbH und den Kirchengemeinden zum Heiligen Kreuz und Passion.
Forumsveranstaltung für Berufsschüler zur Anhörung von Politikern zu der Bundestagswahl (Wolfgang Thierse, Marianne Bürthler, Petra Pau u.a.).
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1999
Beginn des Projektes Familie im Zentrum (FIZ), einem Angebot ambulanter Hilfen zur Erziehung (Betreuungshilfen, Sozialpädagogische Familienhilfen, Intensive Einzelfallbetreuung) für die Bezirke Friedrichshain, Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer Berg.
Forumsveranstaltung für Berufsschüler zur Anhörung von Politikern zu den Berliner Abgeordnetenhauswahlen (Renate Künast u.a.).
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2000
Gründungsmitglied des Berliner Verbandes für Arbeit und Ausbildung (BVAA).
Vertragsunterzeichnung und Aufbau zur Übernahme der ambulanten Hilfen zur Erziehung und der Eingliederungshilfen vor allem für die Stadtteile Siemensstadt, Haselhorst und Wasserstadt in Spandau in Kooperation mit dem Verein für Sport und Jugendsozialarbeit e.V. (VSJ).
Eröffnung einer interkulturellen Tagesgruppe im Bezirk Kreuzberg in der Mittenwalderstrasse.
Mitgliedschaft im Fachverband Evangelischer Erziehungshilfen in Berlin-Brandenburg e.V. (FEE) und dem Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg e.V.
Beginn des deutsch-südafrikanischen Jugendprojektes Konanani zum Aufbau eines Kultur- und Ausbildungszentrums in Venda/Südafrika in Kooperation mit der KHS Metallbau GmbH und dem Oberstufenzentrum Bautechnik I.
Organisation der young-life-talks Fremdenhass und Feindesliebe - mauern fallen, Traumjob und Bürgerschaftliches Engagement mit Gästen aus Politik, Wirtschaft und Kultur in Kooperation mit Young Life Berlin e.V.
Beginn der Projekttagreihe Glaube heute für Berufsschüler mit Vertretern der jüdischen, islamischen und christlichen Glaubensrichtungen in Kooperation mit der Evangelischen Berufsschularbeit und der Kirche zum Heiligen Kreuz.
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2001
Gründung des Vereins Familie in Bewegung – Jugendhilfezentrum e.V. (FIB) mit dem Verein für Sport und Jugendsozialarbeit e.V. (VSJ) zur Förderung der Jugend- und Behindertenhilfe und des Sports.
Feierlichkeiten und Eröffnung einer Ausstellung zum 25-jährigen Bestehen der Wille.
Organisation der young-life-talks zur Abgeordnetenhauswahl mit Frau Dr. Christne Bergmann, Gregor Gysi, Sybille Klotz u.a. in Kooperation mit Young Life Berlin e.V.
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2002
Mitveranstalter der IGFH-Bundestagung Tagesgruppen zum Thema Vernetzung - Getragen oder gefangen? - Hilfen zur Erziehung im Sozialraum.
Forumsveranstaltung für Berufsschüler zur Anhörung von Politikern zu der Bundestagswahl (Stefan Liebich u.a.).
Übernahme des Bereiches Bildung und Arbeitsförderung aus der insolventen KirchBauhof gGmbH und damit einhergehende Satzungsänderung der Die Wille gGmbH.
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2003
Die Wille gerät wegen der massiven Kürzungenentscheidungen des Berliner Senates in große wirtschaftliche Nöte.
Die Wille behauptet sich in der u.a. mit dem Konzept der Sozialraumorientierung verbundenen Umstrukturierung in den Regionen Friedrichshain-Kreuzberg und Spandau.
Das Forum für interreligiöse Bildung – Jerusalemskirche wird gegründet und engagiert sich für interreligiöse Bildung und Verständigung.
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2004
Ein tiefgreifendes Sanierungskonzept wird umgesetzt, um die wirtschaftlichen Krisensituation der Die Wille überwinden zu können.
Erstes MAE Modellprojekt „Hilfstätigkeiten in kirchlichen, diakonischen und bezirklichen sozialen Einrichtungen in Neukölln“ wird durchgeführt.
BVB in Kooperation mit dem Ev. Johannesstift und dem Ev. Jugend- und Fürsorgewerk startet.
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2005
Beginn der Arbeit in der Ganztagsbetreuung in den Horten Kreuzberg und Spandau.
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2006
Arbeit in der Ganztagsbetreuung in Hohen Neuendorf wird aufgenommen.
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2007
Gemeinden In der Friedrichstadt, Heilig-Kreuz-Passion und Haus Kreisau e.V. geben ihre Gesellschafteranteile zugunsten des Evangelischen Johannesstift Berlin ab, diese übernimmt die Hauptgesellschafteranteile mit 52%, der Ev. Kirchenkreis Berlin Stadtmitte bleibt weiterhin Gesellschafter mit 48%.
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2008
Zertifizierung nach DIN ISO 9001:2000 für den Bereich Arbeitsförderung.
Start des Projektes Lysis mit Familientherapeutischen Angeboten in den Bezirken Treptow-Köpenick, Friedrichshain-Kreuzberg und in Brandenburg.
DropIn erweitert seine Angebote an insgesamt 9 Berliner Schulen auf.
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2009
Mehr als 400 TeilnehmerInnen in Beschäftigungsmaßnahmen werden betreut.
Beginn der Schulsozialarbeit an 3 Grundschulen in Kreuzberg und Spandau und der Carlo-Schmid OS in Spandau.
JobArt wird nach 8 Projektjahren erfolgreich abgeschlossen.
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2010
Gründung der Evangelische Johannesstift Jugendhilfe gGmbH und Übernahme von Jugendhilfeangeboten der Die Wille gGmbH in die neue Gesellschaft.
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2012
Im Mai wird das Projekt „Wie geht´s weiter?“ mit dem Präventionspreis 2012 der Stiftung Bündnis für Kinder ausgezeichnet. Das Projekt richtet sich an Jugendliche mit unterschiedlichen kulturellen, religiösen und ethnischen Hintergründen, die in Deutschland leben, jedoch keinen deutschen Pass haben. Ziel des Projektes ist die Steigerung des Integrationspotenzials und die Erweiterung von interreligiösen und interkulturellen Kompetenzen der Teilnehmenden.
Eröffnung des Praxiscenters - eines niedrigschwelligen Werkstattangebotes für Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Beschäftigungsmaßnahmen.
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2013
Umzug der Geschäftsstelle in das Paul-Gerhardt-Stift zu Berlin in die Müllerstraße 56 - 58, 13349 Berlin.
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2018
Nach dem Zusammenschluss des Evangelischen Johannesstifts mit der Paul Gerhard Diakonie ist Die Wille ein Unternehmen im Verbund der Paul Gerhardt Diakonie gAG.
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2019
Der neue Name des Unternehmensverbundes steht fest: Johannesstift Diakonie gAG und die Wille bekommt ein neues Logo.