Gespräch mit Andrew Plucinski über Upcycling und nachhaltige Möbel
Im Fliedner Saal zieht ein besonderes Möbelstück die Blicke auf sich: eine individuell gestaltete Bar, gebaut von einem Mitarbeiter unseres Handwerkerteams, Andrew Pluinski. Entstanden aus einem alten Schrank, verbindet das Möbel Funktionalität mit einer klaren Haltung zur Nachhaltigkeit.
Farblich greift das Möbelstück die Töne der Bereiche im Paul Gerhardt Stift auf.
Blau für die Stiftung, Türkis für Veranstaltungen, Pink für die PGS Soziales, Violett fürs geistliche Zentrum, Gelb steht für das Gesundheitszentrum und Beige für das Immobilienmanagement.
Hinter dem Projekt steckt nicht nur handwerkliches Können, sondern auch die Idee, vorhandene Ressourcen wertzuschätzen und kreativ weiterzudenken.
Hallo Andrew, ich habe das neue Möbelstück im Fliedner Saal gesehen. Erzähl mir doch bitte, wie es dazu kam.
A: Ich beschäftige mich schon länger mit dem Thema Nachhaltigkeit und habe hier im Stift viele alte Vollholzmöbel entdeckt. Die sind teilweise über 100 Jahre alt und immer noch in einem super Zustand, werden aber aussortiert, weil sie keinen Abnehmer finden. Das fand ich schade.
Und daraus ist die Idee entstanden?
A: Genau. Ich habe angefangen, Möbel zu sammeln, die sonst entsorgt worden wären. Ein alter Aktenschrank hat mich besonders inspiriert. Daraus habe ich dann die Bar gebaut und dem Möbelstück eine neue Funktion gegeben.
Was ist das Besondere an der Bar?
A: Sie ist ein Empfangstresen, aber auch Bar mit Kühlschrank und bietet Stauraum. Wichtig war auch, dass das Möbelstück auch mobil ist.
Wie lief der Weg von der Idee bis zur Umsetzung?
A: Ich habe viele Monate daran gearbeitet. Viel ausprobiert und auch Dinge verworfen. Das Design entwickelt sich Schritt für Schritt, man muss sich da rantasten.
Waren andere Personen daran beteiligt?
A: Ich habe mich mit dem Service-Team abgestimmt, damit alles praktisch nutzbar ist. Solche Projekte funktionieren am besten gemeinsam.
Was bedeutet Upcycling für dich?
A: Upcycling ist für mich eine Haltung. Es geht nicht darum, etwas günstiger zu machen, sondern bewusster. Möbel, wie diese, haben eine Geschichte und eine Qualität, die man heute selten findet. Wegwerfen ist da eigentlich keine Option.
Wie hast du dir das Wissen angeeignet?
A: Vieles habe ich mir selbst beigebracht. Ich habe Maschinenschlosser gelernt, aber das Arbeiten mit Möbeln ist meine Leidenschaft.
Wie siehst du die Zukunft solcher Projekte?
A: Da gibt es viel Potenzial. Im Stift fallen immer wieder Möbel an, die man weiterverwenden könnte. Schön wäre es, mehr Zeit und vielleicht auch Workshops dafür zu haben.
Vielen Dank, Andrew!